Megadeth - schon interessant, dass es sie noch immer gibt, interessant, dass sie nicht zu Schnulzensalzsäulen erstarrt sind oder sich nur noch auf ihren Lorbeeren ausruhen. Denn mit ihrem neuen Output "Endgame" beweisen sie, dass sie es nicht verlernt haben - oder sollte ich vielmehr schreiben "...dass Dave Mustaine nichts verlernt hat" ? Manche Alben nach den Klassikern waren recht "Risk"-ant, andere eher "Crypti..."-sch und manche brauchten einen Protagonisten ("The World Needs A Hero")...
Nun, schon erstaunlich, was die Herren um Megadave aus dem Hut gezaubert haben. Härte, Tempo, geniale Soli, eine nicht so nervige Stimme (erinnert sich noch jemand an "Tout le monde?" ), packende Songs und Hooks, treibendes Drumming...ja, Megadeth-/Thrasherherz, was willst du mehr? Klar, das ganze Gebräu ist zwar nicht die Neuerfindung des Rades oder besonders innovativ, aber das brauchen die Songs auch nicht. Denn lieber Songs mit Klasse als innovatives, "Risk"-antes Gespiele.
Anfang des "Endspiels" macht ein instrumentales Intro, mit packendem Riffing und netten Soli. Das Ganze nennt sich "Dialectic Chaos" und könnte problemlos auf die Soliarten von Mustaine und Broderick umgelegt werden, die sich ein munteres Duell liefern. Nahtloser Übergang zum nächsten Song, namens "This Day We Fight!" und Energiebatzen Nummer zwei läuft. Ziemlich heavy für ein Megadeth Song. So heftig waren sie schon lange nicht mehr... Klar, softere Nummern wie das anschließende "44 Minutes", "The Hardest Part Of Letting Go... Sealed With A Kiss" oder der eingängige Titeltrack lockern den Geschwindigkeitstrip etwas auf, bringen etwas Dynamik ins Gesamtbild, aber richtig soft wird es nicht unbedingt (außer man kommt aus dem extremeren Musikbereich). Stimmlich muss man sich dieses Mal keine Gedanken machen - zwar ist Megadave nicht der geborene Sänger, allerdings vermag er auf "Endgame" seine Stimme gekonnt einzusetzen.
Dass Megadeth (m.E.) nicht alte Glanztaten übertrumpfen können, dürfte jedem irgendwo klar sein. Anknüpfen an Klassiker wie z.B. "Countdown To Extinction", "Peace Sells..." kann "Endgame" durch treibende Riffs und begnadete Gitarrensoli, nicht unbedingt durch Innovation aber durch ein modernes Soundgewand.
Ergo eine Megadeth Scheibe, die teils alte als auch neue Stärken in sich vereint.
Lohnenswerte Soli...äh Lieder: "Dialectic Chaos/This Way We Fight!", der schon als Single erschienene Track "1320", "Bite The Hand"...usw. Wenn man es genau nimmt, sollte man sich die gesamte Scheibe zu Gemüte führen, da sie (auch) als Gesamtpaket von gleichbleibender Güte/Klasse ist sowie einen homogenen Guss der Lieder besitzt.
Für Megadeth Fans, für welche, die es werden wollen als auch für Interessierte sehr empfehlenswert.
Mit wärmsten Empfehlungen
Der Schreiberling
19.09.09
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